01.03.2019

Integration bei GODELMANN

Falafel und Bratwürste sorgen bei GODELMANN für einen Kulturaustausch

Lange nach Feierabend brennt in der Küche des Bürogebäudes in Fensterbach noch Licht. Ein einzelner Mann steht am Herd und rührt fleißig in etlichen Töpfen –  hier etwas Safran, dort etwas Zimt. Stunden nach seinem Feierabend bis in den Abend hinein steht er in der kleinen Büroküche des Betonstein-Herstellers GODELMANN und bereitet etliche traditionelle Speisen seines Heimatlandes für den kommenden Tag vor. 

Karim Abdul Alswad ist sein Name. Er kommt ursprünglich aus Syrien, musste allerdings wegen des Krieges flüchten. „In Aleppo führte ich einen Schrotthandel und war damit sehr erfolgreich“, erzählt der 51-Jährige. Durch den Bürgerkrieg in seiner Heimat, verlor Karim alles, was er sich über die Jahre hinweg aufgebaut hatte – zwei Häuser und sein Geschäft. Vor fast vier Jahren führte ihn sein Weg nach Deutschland. 

 

 

Über 3000 Kilometer von der Heimat entfernt

 

 

Über die Türkei gelangte er nach Europa. „Mein Weg führte mich dann durch Griechenland, und über Mazedonien und Serbien nach Ungarn. Ich habe viel Geld bezahlen müssen, um diesen Weg gehen zu können“, erzählt er. In Ungarn griff ihn dann die Polizei auf und brachte ihn über die Grenze nach Österreich – von dort nach Passau. Anschließend wurde er in eine Asylunterkunft nach Königsstein gebracht. Karim erzählt weiter: „Dort war ich dann ein Jahr. Es hat mir gut gefallen, alle waren nett und hilfsbereit.“ Er habe sich dort wohl gefühlt, seine Nachbarn und Mitasylsuchende wurden schnell zu Freunden. „Sie waren dort meine Familie.“

Heute lebt der 51-Jährige in Gailoh. ​

Dort hat er bisher wenig Kontakte knüpfen können: „Hier sind einige Menschen anders, als in Königstein. Manche sind sehr verschlossen und wollen nicht, dass wir hier sind.“ Deshalb fällt es ihm besonders schwer, Freunde und Bekannte außerhalb der Arbeit zu finden.In der Oberpfalz fühlt sich der 51-Jährige trotzdem wohl, vor allen Dingen, weil ihm seine Arbeit so viel Freude bereitet. „Bei GODELMANN bin ich glücklich. Meine Mitarbeiter sind super, sie haben mich sofort gut aufgenommen.“

 

 

GODELMANN und meine Arbeitskollegen sind jetzt meine Familie.

 

 

 

Seit fünf Monaten arbeitet er als Anlagen- und Maschinenführer bei den „Stein-Erfindern“. Sein neuer Job ist für ihn ebenso Neuland wie die Region, in der er nun lebt. Neben dem Vollzeitarbeitsplatz bei dem Betonsteinspezialisten aus Fensterbach, hat der Syrer noch zwei weitere Nebenjobs: „Einen Tag in der Woche bin ich Koch in einem Restaurant in Hersbruck und außerdem bin ich noch als Hausmeister tätig“, sagt er. „Ich muss in Deutschland arbeiten. Ich will dem Land nicht auf der Tasche liegen, sie haben schon so vieles  für mich getan. Deshalb arbeite ich viel.“ 

Ein Dankeschön der etwas anderen Art

Von Anfang an wollte er seinen Mitarbeitern für die gute Aufnahme „etwas zurückgeben“ und seine Heimat ein bisschen nahe bringen. Am 14. Februar gelang ihm das bravourös. Dort erwartete die Büromitarbeiter nämlich eine ganz besondere Mittagspause. Anstatt Leberkässemmeln mit Senf gab es hier zum Beispiel Falafel mit Hummus. Die Freude, die ihm das Kochen für seine Mitarbeiter bereitete, war deutlich sehen: Karim Abdul Alswad strahlte bereits seit den frühen Morgenstunden – denn an einem Abend war die Vorbereitung nicht getan – über das ganze Gesicht. Den ganzen Vormittag über durchzogen Gerüche von Gewürzen – wie Kardamom, Safran und Kreuzkümmel – aus fernen Ländern das gesamte Bürogebäude des Familienunternehmens.

 

 

Durch die Hilfe von einigen Mitarbeitern waren dann pünktlich zur Mittagszeit Falafel, Hummus, Kibbeh und Baklava bereit für den Verzehr.

 

 

Dass es seinen Kollegen schmeckte, sah man nicht nur an den leeren Tellern. Spendiert wurden die gesamten Lebensmittel, die Karim für die Gerichte benötigte, von Silvia Godelmann, die sich von Anfang an für die Idee begeisterte: „Ich finde seine Idee super. Er wollte sich seit seinem ersten Tag in unserem Unternehmen integrieren, das gelang ihm herausragend.“ Durch Aktionen wie diese baue man Brücken und schaffe es dadurch die Mitarbeiter aus allen Herkunftsländern miteinander zu verbinden, erklärt sie.

Einen Tag später folgte das Kontrastprogramm.

Deftig, bayrisch und frisch vom Grill gab es für alle Mitarbeiter des Standortes in Fensterbach kostenlose Bratwurstsemmeln. Gegrillt von Max Godelmann, der aufgrund seines 19. Geburtstages, diesen Klassiker spendierte. Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen genossen die Mitarbeiter aus allen Abteilungen die frischen Semmeln.