
Starkregen, Hitze und Überschwemmungen: Besonders im urbanen Raum nimmt die Klimaerwärmung bedrohliche Ausmaße an. Um gegen extreme Wetterbedingungen gewappnet zu sein, ist eine klimafreundliche Stadtentwicklung dringend notwendig. Im Durchschnitt sind die deutschen Städte fast zur Hälfte versiegelt oder mit Gebäuden und Straßen bebaut. Innerhalb dieser Gebiete gibt es keinen natürlichen Kreislauf mehr, in dem Wasser verdunsten und versickern kann.


Unsere Städte brauchen eine neue, dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, ohne die Vorteile der befestigten Flächen und den Grundwasserschutz aufzugeben. Deshalb müssen urbane Flächen geschaffen werden, die mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen: Befestigung und Schadstofffilterung auf der einen Seite, Wasserdurchlässigkeit und Hitzeschutz auf der anderen.
Die Stadt Aalen hat sich den Herausforderungen des Klimawandels gestellt und den GDM.KLIMASTEIN zur Umsetzung einer grünen Parklandschaft auf dem früher betonierten Gelände neben dem Rathaus verwendet. Gemeinsam mit Studio bauchplan, Landschaftsarchitektur & Stadtplanung, das mit Planung und Realisierung der Umgestaltung beauftragt wurde, ist „ein Vorzeigemodell für klimaangepasste Stadtentwicklung entstanden“, erklärt der Landschaftsarchitkt und Stadtplaner Tobias Baldauf, der bauchplan gegründet hat. „Ein Parkplatz im Zentrum wurde in eine hochwertige Parkanlage mit hoher Aufenthaltsqualität umgewandelt, das zuvor vollständig versiegelte Umfeld des Rathauses umfassend entsiegelt.“ Darüber hinaus ist der Stadtbach an die Oberfläche zurückgeführt und renaturiert worden – ein bedeutender Schritt für die ökologische wie soziale Aufwertung des Areals, so Baldauf. Zu seinem Konzept gehört auch, dass entnommene Materialien nach Möglichkeit wiederverwendet werden. Der Aalener Baubürgermeister Wolfgang Steidle bezeichnet diese Transformation als „Jahrhundertprojekt“.
Um Städte widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels zu machen hat GODELMANN den GDM. KLIMASTEIN entwickelt, einen versickerungsfähigen Pflasterstein der vierten Generation mit sogenannten proActive-Funktionen. Die Innovation: Der Stein besteht aus drei Schichten – einer Katalysatorschicht, die Luftschadstoffe an der Oberfläche reduziert, einer mittleren Speicherschicht zur Aufnahme, Speicherung und langsamen Abgabe von Wasser sowie einer Kapillarschicht. Die unterste Schicht ist weniger durchlässig, so wird mehr Feuchtigkeit im Stein gespeichert und zusätzlich vom Erdreich aufgenommen. Dies führt zu einer erhöhten Verdunstung und Kühlung des bodennahen Mikroklimas.

Flächen, die mit dem GDM.KLIMASTEIN und einem dafür entwickelten Fugenmaterial verlegt sind, verhalten sich anders als versiegelte Böden: Erstens können Niederschläge durch die Fugen versickern und ermöglichen einen natürlichen Wasserkreislauf. Zweitens filtert das Fugenmaterial Schadstoffe aus dem Wasser und schützt so das Grundwasser. Und drittens unterstützt das im Stein gespeicherte Wasser die Verdunstung und kühlt damit die Umgebung.
Ein weiterer Vorteil des GDM.KLIMASTEIN ist seine Oberflächenbeschaffenheit, die das Sonnenlicht reflektiert, um das Aufheizen des Pflasters zu reduzieren. Darüber hinaus kann die Art der Verlegung laute Fahrgeräusche absorbieren. So unterstützt der GDM.KLIMASTEIN eine dezentrale Wasserbewirtschaftung, verringert die Schadstoffbelastung in der Luft und sorgt für ein angenehmes Umgebungsklima.
Zusammen mit dem städtischen Auftraggeber wählte bauchplan den GDM.KLIMASTEIN als neuen Bodenbelag. „In unseren Planungen legen wir großen Wert auf durchlässige Bodenflächen“, sagt Tobias Baldauf. Entscheidend sei, was sich unterhalb der neu gestalteten Flächen befinde, nämlich „möglichst weit vernetzte Speichervolumen, die Niederschlagswasser aufnehmen und gezielt an bestehende sowie neu angelegte Grünflächen weitergeben können.“ Dieses System unterstütze eine optimale Verdunstung und leiste damit „einen zentralen Beitrag zur Klimaanpassung im urbanen Raum.“