
Der „Cascade Pflasterstein“ basiert auf zwei ineinandergreifenden Elementen mit weich geschwungener Geometrie. Anstelle klassischer, orthogonaler Raster entsteht ein präzise geführtes, fließendes Fugenbild, das je nach Verlegung unterschiedliche Muster ausbildet. Wege, Plätze und Promenaden wirken dadurch weniger streng und zugleich ruhiger. Die modulare Geometrie verleiht großen Flächen Rhythmus und Tiefe und setzt sich bewusst von konventionellen Pflastersystemen ab.
Gefertigt als GDM.KLIMASTEIN ist Cascade konsequent für Schwammstadt-Anwendungen entwickelt. Der Belag versickert Regenwasser direkt am Ort des Niederschlags, bleibt dauerhaft wasserdurchlässig und atmungsaktiv und unterstützt durch seine kapillaraktive Struktur die natürliche Verdunstung. So reduziert Cascade Hitzeinseln, stabilisiert das Mikroklima, entlastet die Kanalisation und trägt aktiv zur Erhaltung des lokalen Wasserkreislaufs bei. Die Fläche ist damit nicht nur Träger von Nutzung und Gestaltung, sondern ein funktionaler Baustein klimaresilienter Stadtentwicklung.



Die „Cascade Pflanztröge“ übersetzen die Formensprache des Pflastersteins in skulpturale Volumina. Stein und Trog folgen derselben geometrischen Logik – eine gestalterische Kontinuität, die Boden und Aufbau miteinander verbindet. Die Tröge erscheinen nicht als aufgesetzte Objekte, sondern als räumliche Verdichtung des Belags: Sie „wachsen“ aus der Fläche heraus und machen deren Struktur dreidimensional erlebbar.
In ihrer abgestuften Kontur wirken die Pflanztröge plastisch und präsent, ohne dominant zu sein. Sie gliedern große Plätze, lenken Bewegungsflüsse und schaffen klar definierte Aufenthaltsbereiche. Gleichzeitig integrieren sie Vegetation genau dort, wo sie im urbanen Kontext besonders wirksam ist. Begrünung, Verschattung und Verdunstungskühle werden so gezielt Teil des räumlichen Konzepts – ein zentraler Beitrag zur blau-grünen Infrastruktur moderner Städte.
Für die „Cascade Pflanztröge“ kommt ein eigens entwickelter Beton zum Einsatz, gefertigt von Gravelli, der neuen Schwesterfirma von GODELMANN, für präzise ausgearbeitete Objekte aus Architekturbeton. In einem handwerklichen Verfahren wird das Material von Hand modelliert: portionsweise in die Form eingebracht und schrittweise verdichtet. Dieser Prozess erlaubt eine genaue Kontrolle von Wandstärken und Geometrie – auch bei großen Formaten – und prägt die besondere Qualität der Oberfläche: fein ausgearbeitet, ruhig und zugleich lebendig, ohne ornamental zu wirken.
Die gezeigten Pflanztröge sind in zwei aufeinander abgestimmten Farben ausgeführt: Sand und Taupe. Ein heller, warmer Ton trifft auf eine etwas tiefere, ruhigere Nuance. Die leicht wolkige Marmorierung verleiht dem Material Tiefe, während die matte, fein ausgearbeitete Struktur eine ungewöhnlich weiche Haptik vermittelt. Gleichzeitig eröffnet das Gravelli-farblabor ein breites Spektrum weiterer Nuancen: von warmen, erdigen Tönen bis hin zu projektspezifischen Sonderfarben. Oberfläche, Farbigkeit und Maß lassen sich individuell definieren und präzise auf architektonische Kontexte abstimmen.



Cascade verbindet zwei Ebenen zu einem durchgängigen System: den Boden als funktionale, klimaaktive Fläche und die darüber raumbildenden Pflanztröge, die Räume strukturieren, Aufenthaltsqualität erzeugen und Begrünung integrieren. Technische Leistungsfähigkeit und elegante Formensprache greifen dabei nahtlos ineinander. Der Stein bleibt hochfunktional und wird zugleich zum sichtbaren Designelement, das urbane Flächen nachhaltig aufwertet. Cacsade wurde erstmals im Rahmen der Milan Design Week 2026 in der Ausstellung „Menu“ von Bodo Sperlein in der All Saints Church in Mailand präsentiert.