15.01.26 | Freiräume | 5 min

Winterdienst mit Verantwortung

Sichere Wege und Flächen im Winter sind unverzichtbar – im öffentlichen Raum ebenso wie auf privaten Grundstücken. Ob Gehwege, Plätze, Zufahrten oder Terrassen: Sobald Glätte entsteht, steht der Winterdienst im Fokus. Dabei wird Streusalz häufig als schnelle Lösung eingesetzt. Doch was kurzfristig wirkt, bringt langfristig ökologische, rechtliche und bauliche Herausforderungen mit sich.

Warum Streusalz keine Lösung ist

In Deutschland verbieten zahlreiche Kommunen bei Glatteis die Nutzung von Streusalz auf Gehwegen und schränken die Verwendung stark ein. In Städten wie Düsseldorf, Stuttgart Essen und Leipzig sind Auftausalze nur bei extremen Situationen wie Eisregen erlaubt. Denn für die Umwelt ist Streusalz sehr schädlich.

Kurzfristig liegen die Vorteile von Streusalz auf der Hand: Es senkt den Gefrierpunkt von Wasser, verhindert Eisbildung und bringt vorhandenes Eis zum Schmelzen. Der Nachteil zeigt sich jedoch schnell.

AUSWIRKUNGEN AUF PFLANZEN UND BÖDEN

Da Streusalz eine wasserbindende Wirkung hat, verursacht es bei Pflanzen Trockenstress. Das hat zur Folge, dass Bäume und Sträucher weniger Wasser  und Nährstoffe aufnehmen können, selbst wenn genügend zur Verfügung steht. Es besteht also die Gefahr, dass sie im nächsten Frühjahr nicht mehr richtig ausschlagen und anfällig für Krankheiten werden. Auch ein früheres Absterben von Pflanzen am Straßenrand oder angrenzenden Grünflächen kann eine Folge sein.

GEFAHREN FÜR TIERE

Sowohl Haus- als auch Wildtiere leiden unter Streusalz. Bei Hunden können gereizte oder entzündete Pfoten entstehen; beim Ablecken drohen Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Besonders problematisch sind Salze mit Ethylenglycol: Diese süßlich schmeckende Substanz kann schwere Nierenschäden verursachen und im schlimmsten Fall tödlich wirken.

SCHÄDEN AN INFRASTRUKTUR

Neben Umwelt und Tierwohl kann auch die bauliche Infrastruktur durch den Einsatz von Streusalz beeinträchtigt werden. In Verbindung mit Feuchtigkeit wirkt Salz auf Dauer korrosiv und kann unterschiedliche Materialien belasten. Auch Fahrzeuge können durch salzhaltige Rückstände, etwa auf Parkflächen und Zufahrten, langfristig stärker beansprucht werden.

Gesetzlich klar geregelt

Gerade auf ökologischen Flächen und wasserdurchlässigen Belägen ist der Einsatz von Streusalz klar geregelt. Die Grundwasserverordnung sowie kommunale Satzungen schreiben vor: Auftausalz ist hier tabu.

Verstöße können teuer werden – und belasten zugleich Umwelt und Infrastruktur nachhaltig. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig auf geeignete Alternativen zu setzen.

Unsere Empfehlung für nachhaltige Sicherheit im Winter

Die beste vorbeugende Maßnahme gegen Glätte ist das konsequente Entfernen von Schnee. Um Schneeschaufel oder Schneeschieber kommt man nicht herum – egal ob im öffentlichen Raum oder auf privaten Wegen, Terrassen und Zufahrten.

Um die freigeräumten Flächen anschließend rutschfest zu machen, haben sich abstumpfende Streumittel bewährt. Sie sorgen für Sicherheit, ohne chemisch in die Oberfläche oder die Umwelt einzugreifen. Entscheidend sind die richtige Körnung und eine gleichmäßige Ausbringung.

Bewährte Alternativen

SPLITT

Sehr wirksam, jedoch auf zertifizierte Qualität achten

KALKSTEINGRANULAT

Erhöht die Rutschfestigkeit, wiederverwendbar

LAVAGRANULAT

Rostbeständig, nimmt Schmelzwasser auf, pflanzenschonend

Salz nur im absoluten Notfall einsetzen

Achten Sie darauf, Auftausalz nur in absoluten Notfällen einzusetzen und ausschließlich organische Salze zu verwenden. Diese belasten das Grundwasser wesentlich geringer als herkömmliches Streusalz. Bitte setzen Sie auch organische Salze nicht auf ökologischen Flächen ein.

Sicherheit und Verantwortung schließen sich nicht aus. Wer auf Alternativen zu Streusalz setzt, schützt Flächen, Pflanzen und Infrastruktur – und investiert in die Zukunft unserer Freiräume. Wir beraten Sie gerne zu nachhaltigen Lösungen für sichere Wege und ökologischen Winterdienst. Jetzt Kontakt aufnehmen und gemeinsam Verantwortung übernehmen!

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